Kinderbeteiligung
mit dem Schülerclub der E.O.-Plauen-Grundschule
Im Februar 2008 veranstaltete der Stadtteilausschuss zusammen mit dem
Schülerclub der E.O-Plauen-Grundschule zwei Begehungen der Freiflächen.
Insgesamt 47 Schülerinnen und Schülern der 3. und 4. Klassen
erkundeten das Gelände und notierten, was ihnen am bisherigen Zustand
des Geländes gefällt, was ihnen nicht gefällt und welche
Ideen sie für eine Neugestaltung haben. Die Ideen wurden auf einen
Plan des Geländes als Collage zusammengetragen. Die Collage wurde
auf den Workshops präsentiert.

Die Kinder
waren sehr begeistert von den Beeten, die durch das Ausbildungsprojekt
des Pestalozzi-Fröbel-Hauses angelegt wurden.
Kritisiert wurden vor allem die großen freilaufenden Hunde und
die Verunreinigung des Park durch Hundekot und Müll.
Graffiti wurde von den Kindern einerseits als "Beschmutzung"
wahrgenommen, andererseits signalisierte es für sie auch Angsträume,
da es als Markierung älterer Jugendlicher wahrgenommen wurde.
Der Wagenplatz stellte für die Kinder aufgrund der vielen freilaufenden
Hunde und der maroden Bretterzäune zunächst ebenfalls einen
Angstraum dar, nach einem zufälligen Kontakten zu Bewohnerinnen
und Bewohnern des Wagenplatzes änderte sich jedoch diese Sichtweise.
Viele Kinder kennen den Spielplatz auf dem Gelände, ansonsten haben
sie jedoch keinen Bezug zum Bethanien.
Die Collage
im Großformat download
Was den Kindern gefällt / nicht gefällt und welche Ideen sie
haben download
Am 2.09.2009
und am 7.09.2009 führte der Stadtteilausschuss zwei weitere Begehungen
des fast fertig gestellten 1. Bauabschnitts mit zwei sechsten Klassen
der E.O.-Plauen-Grundschule durch. Begleitet wurden diese von den BetreuerInnen
des Schülerclubs.
Ein großer Teil der Kinder hatte bereits im Februar 2008 an einer
Begehung des Geländes im alten Zustand teilgenommen.
Bei der
ersten Begehung riefen sich die Schülerinnen und Schüler anhand
von Plänen und selbst geschossenen Fotos zunächst die erste
gemeinsame Begehung im Februar 2008 wieder ins Gedächtnis. Im Anschluss
daran machten wir uns zusammen auf den Weg zum neu gestalteten Gelände.
Der Nachbarschaftsgarten weckte das besondere Interesse der Kinder,
eine dort aktive Gärtnerin stellte den Nachbarschaftsgarten vor,
anschließend gossen einige der Kinder ganz engagiert die Beete.

Bei der
zweiten Begehung hatten die Betreuer einen Parcours für die Kinder
vorbereitet um diese mit einem konkreten Arbeitsauftrag das Gelände
erkunden zu lassen. Aufgeteilt in vier Gruppen, ausgestattet mit jeweils
einem Geländeplan, Stift und sieben gefüllten Briefumschlägen
machten wir uns gruppenweise auf den Weg in Richtung des Geländes
des 1. Bauabschnitts. In den nummerierten Umschlägen befand sich
jeweils ein von den Kindern auf der Begehung im Februar 2008 gemachtes
Foto. Aufgrund der zum Teil starken Veränderung des Geländes
war es gar nicht so einfach die Position des Fotographen des alten Fotos
einzunehmen. Einmal gefunden wurde ein neues Bild am gleichen Ort gemacht.
Die Kinder stürmten ganz lebhaft über das Gelände um
eine Stelle nach der anderen zu fotografieren und auf dem Grundriss
zu markieren. Nach Erledigen der Aufgabe fanden sich die Gruppen gegen
16.00 Uhr wieder in der Schule ein.
Die Begehung
der Kinder wird auf der Einweihung des 1. Bauabschnitts am 17. Oktober
2009 präsentiert.
Offener
Jugendworkshop
Das Kinder- und Jugend-Beteiligungsbüro Friedrichshain-Kreuzberg
führte vom 18. - 21. August 2008 in der Zeit von 12.00 - 16.00
Uhr vor dem SportJugendClub Kreuzberg einen offenen Kinder- und Jugend-Workshop
durch.
Schwerpunkt mäßig vorbei kommende Kinder und Jugendliche
im Alter von 12-18 Jahren wurden angesprochen ihre Ideen zu Angeboten,
die ihrer Meinung nach noch auf dem Platz fehlen, zu äußern
oder auf einem Plan ins Bild zu setzen. Alle Interessierten konnten
aber auch erfahren, was alles auf dem Platz bisher geplant ist und Kritik
an der oder gute Noten für die Freifläche um das Bethanien
loswerden.
Die Kommentare und Ideen wurden auf zwei "Litfasssäulen"
täglich aktualisiert. An einer dritten hingen die Grobplanung des
Gesamtgeländes und ein Plan des ersten Bauabschnittes / Bethaniendamm.
Die
Expertinnen
Insgesamt 36 Kinder und Jugendliche im Alter von 5-19 Jahren und 6 Erwachsene
(eine Mutter, eine Oma, eine junge Frau und junge Männer) schrieben,
zeichneten, klebten ihre Ideen auf. Die meisten Kinder und Jugendlichen
(31) waren im Alter von 8-15, davon 9 Mädchen und 22 Jungs, die
in diesem Alter einfach mehr im Freiraum unterwegs sind.
Der größte Teil der Kinder/ Jugendlichen kam aus Familien
mit Migrationshintergrund (33). Alle Jugendlichen waren entweder allein
(nur Jungs) oder in Gruppen von zwei bis vier Personen
unterwegs (weibliche wie männliche).
Die kleinen Mädchen und einige der jüngeren Jungs wurden von
ihren Muttern und Omas begleitet. Daher entspannen sich auch Gespräche
mit diesen.

Ergebnisse
Am häufigsten genannt wurden Spiel- und Sportmöglichkeiten
sowie Wasser in folgender Rangfolge:
- Basketball
z.B. am SJC in Kombination mit einer Arena bzw. ein dreiseitiger
- Basketballkorb und überhaupt mehr
Basketballangebote (m/w),
- Eine Kletterwand und
- Fußball (beides nur von Jungs gewünscht),
- Eine Plansche / Brunnen zum drin Baden /m/w),
- (Beach-)Volleyball z.B. am Jugendamt oder im Civilipark (m/w)
Weitere
Ideen waren im Spiel- und Sportbereich:
- eine Fläche zum Tennisspielen und ein Handballfeld
- mehr und über den Raum verteilte Tischtennisplatten, die im Übrigen
alle
- gut genutzt waren während des Workshops.
- ein Skateboardplatz und Fahrradstrecke/-wellen, aber auch
- Bäume zum Klettern oder Kletterskulpturen und
- Bewegungsangebote wie Trampolin, Reckstangen, Hindernisse zum
- Drüberspringen und eine lange große
Rutsche (von den Jüngeren)
Die Mädchen
und jungen Frauen wünschten sich zudem eine Tanzbühne oder
Tanzflächesowie die Ausleihe von Sportgeräten über den
SJC (Federball, Volley- und Basketbälle), dieJungs zudem einen
Skateboardplatz und eine Fahradstrecke/-wellen.
Sitzplätze
und Treffpunkte
Von dieser Seite kamen auch Forderungen nach mehr Sitzmöglichkeiten
z.B. Podesten als Liegeflächen und Hängematten. Die Liegestühle
sollten nach Meinung der Jugendlichen auf der Wiese und nicht an der
Straße stehen.
Gut fänden sie auch ein Jugendcafé /Eisladen sowie für
Abends wichtig eine bessere Beleuchtung der Wege am Bethanien.
Viele Kleinere wünschten sich noch mehr große Blumen, auch
Rosen und eine Wiese für Hasen und Kinder (Hundefrei) sowie Bäume.
Ein Hundeklo wurde genauso gewünscht.
Spannend fand das KJBb die Gespräche mit arabischen und türkischen
Müttern / Omas, die von Spielplätzen in der Türkei (Antalya)
erzählten, auf denen die Fitnessgeräte für die Erwachsenen
/ Älteren direkt auf / an den Spielplätzen für die Kleinen
stehen, damit die ganze Familie zusammen ist. Oma / Opa, Mama / Papa
machen Sport (beliebt ist z.B. der Fahrradtrainer), während die
Kinder spielen und im Blick sind.
Ideen
für den SportJugendClub gingen von Hausaufgabenhilfe, einem
Raum für Partys nur für Mädchen, Partys im Sommer draußen
veranstalten, einem Clubhaus bis hin zur Ausleihe von Sportgeräten
über den SJC (Federball, Volley- und Basketbälle) und Fahrradausleihe.
Kontakt:
Kinder- und Jugend-Beteiligungsbüro Friedrichshain-Kreuzberg VSJ
e.V.
Hanns-Braun-Str. /Friesenhaus II
14053 Berlin
E-Mail: staudinger@erlebnisraeume.de
Den kompletten
Bericht über den offenen Jugendworkshop finden sie hier: download